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Landkreis Ida-Viru
RUNDFAHRT IN IDA-VIRUMAA (OST-WIRLAND)
Eine Erlebnisse und Energie anbietende Kulturtour in Ost-Wierland könnte man mit dem Besuch des Festungswohnhauses Purtse (40, www.purtsekindlus.ee) anfangen. Der auf dem 135. km der Landstraβe Tallinn-Narva liegende schlanke Wachturm, ein Bauwerk mit weiβ getünchten Mauern und einem roten Dach ist sommers jeden Tag den Gästen geöffnet und hier werden Sie über die reiche Geschichte dieses Gebäudes und über die mit diesem Ort verbundenen Legenden informiert.
In Richtung Narva weiterfahrend empfiehlt es sich, im Polargutshof Kukruse (41, www.kukrusemois.ee) Station zu machen. Der Gutshof Kukruse trägt in sich Geschichten und Erinnerungen an die Koryphäen der Geschichte, an die Helden ihrer Zeit - die Familie Toll. Beim Besuch des Gutshofes erfahren Sie über die Rolle des Deutschbaltentums in der estnischen Gesellschaft, Sie können sich Kleider aus dem 18.-19. Jahrhundert anprobieren und sich wie ein wahrer Adlige fühlen oder die gothische Schrift schreiben lernen. Sie erfahren über die Entdeckungsreisen nach Sannikow-Land und Sie können sich humorvolle Clips über die Familie von Toll ansehen.
Von Kukruse aus die Landstraβe Tallinn-Narva weiterfahrend lohnt es sich, vom Wege abzubiegen und in Richtung Ortschaft Toila (42) zu gehen und den Park Oru (www.visitestonia.com/en/oru-park) zu besuchen. In dem am Parkrand stehenden Wasserturm vom Park Oru sind die Geschichte des Parks und das Modell des vornehmen Schlosses exponiert. Der russische Kaufmann Jelissejev lieβ seinerzeit das Schloss errichten, später wurde es von den estnischen Groβunternehmern abgekauft und dem ersten Präsidenten der Estnischen Republik Päts zur Sommerresidenz geschenkt. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Schloss zusammen mit meisten Nebengebäuden zerstört. Die Perlen vom Park Oru - der Schlossplatz, der Pavillon von Nõiametsa, die Silberquellenhöhle, beleuchtete Alleen, Brücken, der Springbrunnen für Fische, die Promenade und Teiche sind in Ordnung gebracht worden.
Etwa zwanzig Kilometer von Toila entfernt bleibt die geheimnisvolle und lange Zeit geschlossene Stadt Sillamäe (43, www.sillamae.ee). Wegen der hier gelegenen Kriegsindustrie war die Stadt lange Zeit für die Gäste gesperrt und vor der Öffentlichkeit verheimlicht. Nach dem Ende der äuβerst sekreten Uranproduktion darf man die am Meeresufer kompakt geplante und mit einer stilechten stalinistischen Architektur gegründete Stadt wieder besuchen und man kann im Museum von Sillamäe einen Überblick über die Geschichte der Stadt bekommen.
Von Sillamäe aus fahren Sie in Richtung Narva-Jõesuu (44, www.narva-joesuu.ee). Schon in früheren Zeiten nach dem Eröffnen der Baltischen Eisenbahn bildete sich aus dem Fischerdorf Hungerburg ein beliebter Kurort der Elite von St. Petersburg und Moskau, den wir heute als Narva-Jõesuu kennen und das seinerzeit “Nordische Riviera” genannt wurde. Der mit einem eigenartigen Kiefernwald umgebene Strand mit feinem Sand ist der längste im ganzen Estland, er verläuft in der Reichweite von 7,5 km längs der Südküste des Finnischen Meerbusens.
Von Narva-Jõesuu aus fahren Sie den Narva-Fluss entlang bis Narva (45). In der drittgröβten Stadt Estlands empfiehlt es sich, bestimmt die Festung Narva (www.narvamuuseum.ee) zu besichtigen. Im hier liegenden Museum ist die Geschichte der Stadt exponiert und im Nordhof können Sie Ihre handwerkliche Fähigkeiten in verschiedenen Werkstuben auf die Probe stellen. Es lohnt sich auch, die achteckige Alexander-Kirche (www.narvakirik.ee) zu besuchen, in deren renoviertem Turm ein Museum gegründet ist und vom Turm aus öffnet sich ein herrliches Panorama auf die Stadt und Russland.
Wer an der Kriegsgeschichte interessiert ist, sollte bei der Rückfahrt aus Narva auch die Sinimäed (dt. Blaue Berge) (46) besuchen.
Vaivara ist ein Schauplatz der Kriege gewesen und eine kurze Übersicht über das Kirchspiel und den Gutshof von Vaivara und eine ausführliche Übersicht in Text, Bild und Ton über die Schlachten vom Jahr 1944 in den Sinimäed bekommen Sie im Sinimägede Museum in Vaivara.
In der Kreisstadt von Ost-Wierland Jõhvi (47) befindet sich das älteste Bauwerk die Michaelskirche von Jõhvi (www.johvimuuseumiselts.ee), deren Bauzeit vermutlich Mitte des 13. Jahrhunderts ist. Die Eigenart der Kirche sind ihre 2 m dicken Mauern und burgtypischen Elemente, damit gehört die Michaelskirche zu den am stärksten gefestigten Schutzkirchen im ganzen Estland. Im Kirchkeller ist ein Museum gegründet, das über die Geschichte und Legenden der Kirche informiert und das mit einer Audioführung in 6 verschiedenen Sprachen. Der Mittelpunkt des kulturellen Lebens der Stadt Jõhvi ist das Konzerthaus von Jõhvi, das über einen groβen Konzertsaal mit 900 Sitzplätzen und guter Akustik und einen kleineren Kammersaal verfügt.Wenn im Haus gerade keine Veranstaltungen stattfinden, lohnt es sich jedoch, das Haus zu besuchen - man kann sich im Kino Amadeus Filme ansehen oder die im gleichen Haus befindliche Stadtgalerie Jõhvi oder das Café Mozart besuchen.
Von Jõhvi aus in Richtung Tartu fahrend gelangen Sie nach Mäetaguse (48), wo sich der Gutshofkomplex Mäetaguse befindet. Von dem ganzen Komplex haben sich 14 Gebäude erhalten , im Stall-Kutschenschuppen sind heute das Hotell-Badehaus und das Restaurant und im Schnapsspeicher befindet sich das Jägermuseum, in dem das Leben von Bären exponiert ist. Auch das renovierte Herrenhaus kann man besuchen und hier finden Exkursionen auf Voranbestellung statt.
Etwa zwanzig Kilometer von Mäetaguse in Richtung Tartu gelangen Sie nach Iisaku (49), wo sich das Museum von Iisaku befindet und dessen ständige Ausstellung im Hauptsaal über Alulinn, die Kultur der Woten, das Leben der am Peipussee lebenden Russen und die Sitten von Poluverniks bekannt macht, die letzten waren eine in der Gegend von Iisaku herausgebildete Mischbevölkerung aus Woten, Esten und Russen, die ursprünglich von ihrer Konfession orthodox waren, aber dann laut den schwedischen Kirchgesetzen zur lutherischen Kirche gehören sollten.
Das Zentrum des Handwerks ist Avinurme (50), wo schon jahrhundertelang eine Lebensweise fortgedauert hat, wo sowohl Nahrung, Schöpfung als auch Selbstdarstellung sich eng mit der Holzarbeit und der Fähigkeit, selbst etwas anfertigen zu können, verflochten hat. Im Lebensweisen-Museum von Avinurme (www.elulaadikeskus.ee) gibt es einen Museumsteil, wo die örtliche Geschichte und Lebensweise exponiert sind und wo man auβerdem noch in verschiedenen Werkstuben Handwerksarbeiten machen kann. Der Holzspeicher (www.puiduait.ee) ist ein Zentrum, das die örtlichen Holzhandwerksarbeiten bekannt macht und dort die Zeit qualitätvoll mit Flechten eines Spankorbs oder mit Bemalen einer Galosche zu verbringen und Energie und gediegene
Erlebnisse zu sammeln ermöglicht.